Warum Räume mehr mit Menschen machen, als wir glauben. - mit Melanie Tinhof

Shownotes

Warum fühlen wir uns in manchen Räumen sofort wohl – und möchten andere möglichst schnell wieder verlassen?

In dieser Folge spreche ich mit Melanie Tinhof über ein Forschungsfeld, das viele Unternehmen bisher kaum auf dem Schirm haben: Neuroarchitektur.

Als Architektin und Forscherin beschäftigt sie sich mit der Frage, wie Räume auf unser Nervensystem wirken – und was Licht, Geräusche, Materialien, Pflanzen oder Raumkonzepte mit Stress, Konzentration und Zusammenarbeit machen.

Wir sprechen darüber, warum Großraumbüros häufig genau das Gegenteil von dem fördern, was Unternehmen erreichen wollen, weshalb eine Mooswand allein noch kein durchdachtes Raumkonzept ist und warum Architektur mehr ist als Design.

Denn Arbeitskultur entsteht nicht nur durch Führung oder Prozesse – sondern auch durch Räume.

💬 Zentrale Botschaft:

Ein perfekter Raum kompensiert keine schlechte Unternehmenskultur.

Kernaussagen:

  1. Unser Gehirn scannt Räume innerhalb von Millisekunden – lange bevor wir bewusst wahrnehmen, ob wir uns wohlfühlen.
  2. Großraumbüros scheitern oft nicht am Konzept – sondern daran, dass Fokus-, Erholungs- und Rückzugsräume fehlen.
  3. Licht beeinflusst Fokus, Energie und Wohlbefinden stärker, als viele Unternehmen denken.

Links:

Links zu Melanie:

Linked In: https://www.linkedin.com/in/melanie-tinhof-13a5172aa/?locale=en

Website: https://forums.anfarch.org/

TEDx Talk: https://www.youtube.com/watch?v=nWFA3RPJkSM

Studie: Khalil und Steemers - 2026 - The Neurobiophilia Index.pdf

Valentine - 2023 - Architectural Allostatic Overloading Exploring a Connection between Architectural Form and Allostat.pdf

Links zu Ja klaHR:

Linked In: https://www.linkedin.com/in/berndt-stefan/

Website: https://jaklahr.de/

Linktree: https://linktr.ee/jaklahr

Termin: Lass mal schnacken!

Weitere Links und Empfehlungen:

HRespect: Love HR, Hate racism

MEONDI: https://www.meondi.com/karriere

Northwind: https://northwind.de/

Ausbildung.de Finde deine Ausbildung oder dein duales Studium

HWG LU: https://www.hwg-lu.de/

ubiMaster: https://www.ubimaster.com/de/

Dein Call to Action!

👉 Hinterlasse eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts ⭐⭐⭐⭐⭐

Transkript anzeigen

00:00:03: Hallo und herzlich willkommen zum Podcast.

00:00:05: Ja klar, mein Name ist Stefan Berndt und ich bin nicht nur Experte für Personalmanagement und Führung sondern auch der HR-Architekt.

00:00:14: Räume wirken oft stärker als beglauben.

00:00:17: Sie beeinflussen wie wir uns fühlen Wie konzentriert wir arbeiten?

00:00:21: Wie kreativ wir denken und sogar wie wir miteinander kommunizieren.

00:00:26: Und trotzdem wird Architektur in vielen Unternehmen noch immer vor allem ästhetische Frage behandelt.

00:00:32: Mein heutiger Gast beschäftigt sich genau mit diesem blinden Fleck, sie untersucht wie Räume auf unser Nervensystem wirken und warum viele Büros genau das Gegenteil von dem fördern was Sie eigentlich sollen – Fokus, Zusammenarbeit und Wohlbefinden!

00:00:48: Als Architektin und Forscherin verbindet sie Erkenntnisse aus Architek-Tour Umweltpsychologie und Neurowissenschaft, um Arbeitsumgebungen zu gestalten.

00:00:58: Die Menschen wirklich unterstützen!

00:01:00: Und genau darüber sprechen wir heute.

00:01:02: Mein Gast im Jagdklar-Podcast Melanie Thinhoff.

00:01:07: Melanie was passiert eigentlich im menschlichen Nervensystem in dem Moment, indem wir einen Raum betreten?

00:01:15: Das ist tatsächlich eine super spannende Frage weil das passiert tagtäglich.

00:01:21: Wir jeden Tag Räume und da passiert so viel und so schnell, ohne dass uns das wirklich bewusst ist.

00:01:31: Die Wissenschaft geht davon aus, dass das mal so drei Stufen sind.

00:01:36: Du betrittst einen Raum und das Hirn scannt innerhalb von Millisekunden die ganze Umgebung Licht Proportion Geräusch Materialien sogar Gerüche Und das wird dann mal verarbeitet.

00:01:52: Das ist uns überhaupt nicht bewusst, weil das so schnell abläuft.

00:01:57: Und dann nachdem mal das Gehirn an grobem Scan gemacht hat die rohen Umweltinformationen über Augen, Ohren und Nase gefiltert hat da kommt es erst in die Wahrnehmung.

00:02:09: Und auch das passiert rasend schnell.

00:02:11: Das ist eine Mustererkennung also kenne ich das!

00:02:14: Ist mir das vertraut?

00:02:17: Ist das ein Raum, den ich kenne?

00:02:18: Ist es ein komplett neuer Raum?

00:02:21: und da entsteht schon so erstes Gefühl in uns.

00:02:25: Aber erst dann im dritten Schritt beginnt das dann erst in das Bewusserleben zu kommen.

00:02:32: Ist das eine Raum?

00:02:34: wenn das jetzt ein dunkler enger Gang ist, den Ich zuvor noch nie gesehen habe wird wahrscheinlich mein Sympathikus anspringen und ich werde gestresst sein!

00:02:46: erhöhte Wachsamkeit haben.

00:02:48: Wenn ich allerdings in meinem Wohnzimmer komme, liegt durch Flute – das steht mein Lieblingsessen auf dem Tisch -, dann wird wahrscheinlich mein Parasympathikus anspringen und ich werde entspannt sein.

00:02:59: Ich werde mich wohlfühlen!

00:03:03: Und das Interessante ist dass die ersten zwei Schritte so schnell und unbewusst ablaufen, dass uns das gar nicht aufwalt und das macht achtzig Prozent aus.

00:03:14: Und erst die letzten zwanzig Prozent, die merken wir dann hoppala.

00:03:18: in dem Raum fühle ich mich überhaupt nicht wohl.

00:03:23: Und damit beschäftigt mich.

00:03:27: Ist es nur bei physischen Räumen oder kann man das tatsächlich auch auf virtuelle Räume adaptieren?

00:03:33: Das ist auch eine gute Frage!

00:03:34: Ich habe mich auch kurz beschäftigt mit virtuellen Räumen.

00:03:38: Da haben wir allerdings ein anderes Problem, kennst du diese Motion Sickness?

00:03:46: Ich kann die Wörter für mich ins Deutsche übersetzen aber ich krieg keinen...ich kannst dir nicht erklären!

00:03:52: Hast du schon mal so eine VR-Brille aufgehabt?

00:03:54: Ich habe schonmal eine aufgehabt

00:03:55: und

00:03:56: mir ist schlecht worden.

00:03:58: Aha!

00:04:01: Also man setzt das auf und irgendwie kann das hier nicht so richtig verarbeiten und dann wird es einem übel.

00:04:08: Das haben relativ viele Personen, deshalb nimmt man das in der Forschung eher nicht gerne her diese virtuelle Realität um sowas zu testen.

00:04:20: und natürlich dir fehlen Dinge wie Geruch.

00:04:24: Das kannst du nicht nachsimulieren und Geräusche kann man auch über Kopfhörer, aber ist natürlich nicht zu vergleichen mit wenn du an realem Raum betrittst.

00:04:36: Und das Licht und du fühlst auch die Wärme vom Licht.

00:04:40: also es ist eine sehr reduzierte Version ja teilweise fürs Visuel.

00:04:48: Du hast gerade, da bin ich dir ein bisschen ins Wort gefallen.

00:04:51: Da hast du gesagt dass du dich damit dann auch beschäftigst.

00:04:54: das ist ja dann das ganze große Feld oder Forschungsfeld der Neuroarchitektur.

00:05:00: magst du mich aber insbesondere auch unsere Zuhörerinnen kurz abholen und diesen Begriff etwas verständlicher machen was man da genau darunter versteht?

00:05:11: weil als wir uns vor ein paar Wochen im Vorgespräch unterhalten haben War mir das ganze große Thema gar nicht so sehr bewusst.

00:05:20: Ja, das überrascht mich nicht weil es ist ein relativ neues Feld gibt seit den zwanzig zehnern also jetzt gute zehn Jahre ist aus den USA gekommen und Neuroarchitektur bekommt die Informationen oder den Input quasi aus der Psychologie genauer gesagt Umweltpsychologie und aus den Neurowissenschaften.

00:05:48: Das heißt, wir haben diese beiden Forschungsfelder die forschen zu dem Thema wie Räume auf das Nervensystem oder auf die Psychewirken und daraus sollten dann räumliche Parameter abgeleitet werden die wir dann in die gebaute Umwelt umsetzen.

00:06:05: Das hört sich jetzt theoretisch an und aktuell sind wir da auch noch sehr in der Theorie, und ich arbeite daran dieses Feld diese Wissenschaften so aufzuarbeiten das Architekten am Ende des Tages wissen was sie in Räumen einsetzen sollten und was er nicht.

00:06:27: Gibt es da schon irgendwelche Erkenntnisse wie man das vielleicht auch messen?

00:06:32: kann am Ende des Tages, also wie Räume dann auf Menschen wirken.

00:06:36: Das ist glaube ich die richtige Fragestellung in dem Zusammenhang.

00:06:40: Genau!

00:06:41: Also von der psychologischen Seite hier macht man das sehr viel mit Umfragen.

00:06:46: Das heißt man setzt Leute in einen Raum oder beobachtet sie in einem Büro und fragt davor und danach, wie sie sich fühlen?

00:06:55: Füllst du dich sicher?

00:06:57: Hat dieser Raum Interaktionen ermöglicht oder eher blockiert, das ist die psychologische Seite.

00:07:02: Und die neurowissenschaften gehen dann noch mehr auf die Hard Facts.

00:07:07: da gibt es alles von EEG über Blutabnahme und den Cortisolspiegel zu messen, über Herzfrequenz und also wirklich ganz harte Tools wo man dann wirklich sagen kann okay Diese und diese räumliche Parameter hat auf den Cortisol Spiegel D. Und die Auswirkungen?

00:07:30: Das heißt, wenn ich die Forschung oder den Stand der Forschung für mich jetzt richtig interpretiere und eine These aufstelle, dann gilt es tatsächlich Räume so aufzubauen dass sie menschliches Verhalten enablen ermöglichen und nicht einfach nur Ich sage jetzt mal bewusst provokant, nicht so ein New Work Shit und dann da einfach ein paar Sachen.

00:07:53: Das

00:07:56: ist tatsächlich ein Problem weil wir haben gerade in diesem New Work Thema sehr viele Trends im Architekturbereich auch die der total unreflektiert eingesetzt worden sind die letzten Jahrzehnte.

00:08:09: Klassiker kennt jeder Großraum Büro.

00:08:12: Schaut die Plan gut aus?

00:08:13: Machen wir das jetzt noch möglichst viele Leute rein.

00:08:17: Aber ich glaube langsam merken die Leute schon, dass das nicht ganz so gut funktioniert wie es auf dem Plan ausschaut.

00:08:25: Und da ist dann die Neuroarchitektur wichtig, die sagt okay Leute ihr baut alle Großraumbüros aber das und das sind die Fakten, dass dies nicht funktioniert oder nicht so wie es gebaut wird.

00:08:41: Man könnte jetzt zum Beispiel ein Großraumbüro machen Sagen wir, zehn Leute, die dort arbeiten.

00:08:48: Aber da muss es einen Fokusraum geben.

00:08:51: Dann muss es auch einen Erholungsraum geben, dann muss es lautere Zonen geben.

00:08:55: Einfach nur sagen das ist der einzige Raum den ich euch anbiete und da arbeitet sie jetzt acht bis zehn Stunden drinnen.

00:09:03: ob ihr jetzt fokussiert seid, ob ihr telefonieren wollt oder komplett fertig seid, aber eine Teamarbeit machen wollt, ist mir egal.

00:09:09: Das ist der einzige Raum und jetzt als produktiv.

00:09:12: Hundert Prozent!

00:09:13: Acht Stunden Ja, so funktioniert das nicht.

00:09:20: Gibt es aus dieser New Work-Blase noch weitere Beispiele?

00:09:24: Das Großraumbüro bekommt dann immer ziemlich auch wie ich finde berechigterweise auf die Nase weil das auch aus meiner Sicht schon vor zwanzig Jahren kein wirkliches Konzept war und viele sich dann auch schon über Lautstärke, es gibt Menschen die telefonieren sehr laut.

00:09:40: Da gehöre ich zum Beispiel mit dazu.

00:09:42: dann kriege ich von meiner Frau immer so dieses Zeichen vom Krokodil ein bisschen leiser sein.

00:09:47: Ich merke das selber gar nicht.

00:09:49: und wenn man dann auch noch Kopfhörer trägt, die vielleicht noise-canceling sind, dann nehme ich meine Umgebung ja noch weniger wahr.

00:09:56: Das heißt ich habe schon vor, weiß ich nicht, vor zehn, fifteen vielleicht waren's schon zwanzig Jahre gemeint.

00:10:00: Boah, da sind eine große Schalterhalle in der Bank eher schwierig vom Raumkonzept her gibt.

00:10:07: Aber das ist wie der OBS-Corp, der kriegt auch immer auf den Deckel.

00:10:10: Das ist das Großraumbüro glaube ich ein bisschen in der Architektur.

00:10:13: Gibt es da noch andere Dinge die vielleicht auch mal einen auf dem Deckel kriegen können?

00:10:17: So mit Austeilen!

00:10:19: Ja genau!

00:10:21: Was mir noch einfällt ist auch dieses Konzept Biofilis Design Grünraum.

00:10:29: Ist prinzipiell gut zeigen auch Forschungen Grünrahmen ähm, senkt den Stress.

00:10:35: Sowohl wenn ich Pflanzen im Raum habe aber auch wenn ich aus dem Fenster schaue und Pflanzen sehe ist ganz gut.

00:10:42: nur was ich dann seh dass das auch so lieblos gemacht wird.

00:10:45: ich stell dreieinhalb tote Pflanzen irgendwo in die Ecke und nenn das dann Bio-Files Raumkonzept.

00:10:57: Ich muss da gerade tatsächlich echt laut loslachen weil ich grade daran denken muss wie bei meinem Büro für Nagell mich bitte nicht drauf fest, ihr in ein hoher vierstelliger Betrag.

00:11:06: Sieben, achttausend Euro oder sowas für so eine Mooswand haben.

00:11:10: wir wurde ausgegeben und dann hieß es okay das absorbiert den was weiß denn ich alles und sowas.

00:11:17: und am Ende war das quasi der größte Running Gag überhaupt weil diese blöde Moos Wand die stand auf Rollen die wurde da einfach immer von links nach rechts geschoben.

00:11:26: ja also Da habe ich mich auch gefragt Schwierig.

00:11:33: Und ein anderes drittes Thema, falls wir jetzt noch einen ist dieses Overbranding.

00:11:39: Was will man auch gerne machen?

00:11:41: Dass du wirklich keinen Quadratmeter mehr irgendwo hinschauen kannst und du siehst nicht ganz groß das Logo.

00:11:48: Ja!

00:11:49: Das ist unter bestimmten Voraussetzungen ja kein Problem.

00:11:53: wenn du jetzt sagst... Okay, in einen Besprechungsraum da lade ich Kunden ein.

00:11:58: Da möchte ich meine Marktstärke zeigen.

00:12:02: Da möcht' ich zeigen wir sind die tollsten... Dann knallte natürlich überall mein Logo hin!

00:12:08: Wenn ich jetzt das sensibles Gespräch mit meinem Mitarbeiter führen will oder Mitarbeiterin und dann habe ich dort überall dieses Logos so dominant, dann macht das auch was mit mir.

00:12:18: Erstens mal lenkt's mich permanent ab und zweitens ist es so eine kleine Ich nehme erstmal ein Machtdemonstration, die da auch ausgeübt wird.

00:12:26: Also auch da muss man aufpassen wo setze ich mein Logo ein?

00:12:31: Wo setze sich dann auch grelle Farben ein?

00:12:33: Viele Firmen verwenden ja sehr grelle farben.

00:12:36: Ich denke jetzt mal an Coca Cola dieses knallige beißende Rot.

00:12:42: wenn ich das permanent im Blickwinkel habe dann, unter vielleicht noch der Teppich auch in dem knalligen Rot und da hab ich noch die Farbe von dem genau vor meinem Gesicht dieses knallige Rot.

00:12:53: Dann ist das einfach Tomatsch!

00:12:55: Ja ja wie können wir es denn anders besser machen?

00:13:00: Wir wissen ja jetzt mittlerweile und ich glaube dass zieht sich wie so ein roter Faden jetzt auch schon durch die Episoden in diesem Jahr durch dass wir bei vielen Themenfelder keinen Wissen oder gar einen Erkenntnisproblem haben.

00:13:13: Ich glaube, das haben wir bei den vielen Raumkonzepten wahrscheinlich auch nicht so wirklich.

00:13:18: aber wir haben halt ein Umsetzungsproblem.

00:13:20: Wir kriegen es dann nicht auf die Straße oder wie schon eben leicht humoristisch.

00:13:25: Wir machen's halt irgendwie dann auch falsch.

00:13:28: Stichwort Moswand Overbranding oder Großraumbüro.

00:13:32: was können denn Unternehmen sofort besser machen, auch mit Basis deiner Forschung und diesem neuen Themenfeld der Neuroarchitektur?

00:13:42: Das ist eine sehr gute Frage.

00:13:44: Keine die leicht zu beantworten sind, weil wie du sagst, wie bringe ich das Ganze in die Praxis?

00:13:51: uns in der Neuroarchitektor fehlt noch – das muss ich ehrlich sagen so ein Übersetzungstool, mit dem sich auch Architekten wohlfüllen.

00:13:59: wir haben zwar die Forschung aber ein wissenschaftliches Paper ist jetzt für einen Architekten nicht brauchbar.

00:14:07: Es gibt allerdings aus Cambridge eine sehr gute Studie, da hatte ich auch erst gestern mit dem Autor ein Gespräch dazu und der hat das in zehn Parameter mal übersetzt Von dem wir es schon gehört haben, also in der Früh ist das Licht natürlich im Osten ganz anders als das im Westen.

00:14:42: Es kann man aus der Architektur sagen wenn ich ein Bestandsgebäude habe wird das schwer sein das Gebäude zu drehen so dass das zu der Sonne passt.

00:14:52: Da kann man sehr gut mit Tageslichtlampen arbeiten die dann von oben hier das Licht strahlen, weil was ich auch häufig sehe ist es gibt eine Lichtquelle im Büro und die strahlt um acht in der Früh bis acht am Abend mit komplett derselben Luchszahl runter.

00:15:09: Aber so funktioniert der Körper nicht!

00:15:11: Der braucht in der Früher ganz anderes Licht als am Abend Und dann braucht auch noch mal jeder individuelle anderes Licht.

00:15:18: Wenn man gerade auch das Thema Neurodiversität ansprechen möchte, dann ist vielleicht jemand viel sensibler gegenüber grelles Licht als jemand der, ich will es nicht sagen, robuster ist aber der das ganz anders wahrnimmt.

00:15:34: und manchmal gibt's auch Zeiten da brauche ich... Da habe ich ja furchtbares Gespräch mit einem Chef gehabt, da will ich nicht dass man die volle Dröhnung licht jetzt ins Gesicht scheint.

00:15:45: Da möchte ich ein sanftes Licht haben und dann brauche ich wieder Licht, das mich aktiviert und mir Energie gibt.

00:15:51: Also Licht, Himmelsonne – ein ganz, ganz wichtiges Thema!

00:15:56: Also wenn ihr kein Büro habt wo die Sonne von allen Himmellsrichtungen reingekommt, dann wenigstens schöne Tageslichtlampen für die Mitarbeiter ist mal so ein Quick Win den man vielleicht mitnehmen kann.

00:16:11: Ein zweiter wichtiger Punkt ist auch die Pflanzen in den Räumen, das haben wir schon kurz besprochen.

00:16:17: Da kann man sich mehr Mühe geben als eine Mooswand aber was auch sehr spannend ist der Blick nach draußen ins Grünen.

00:16:27: und da gebe ich dir noch eine ganz kurze Studie mit, die super spannend und so die erste oder einer der wichtigsten für die Neuroarchitekten kommt aus den Sechzigerjahren, aus den USA.

00:16:43: und da hat es Patienten geben, die in einem Zimmer nach der Operation zur Regeneration gelegen sind.

00:16:50: Die eine Gruppe hat durch ein Fenster geschaut und einen Baum gesehen und die andere Gruppe hatte auf einer Ziegelwand geschaut.

00:16:59: Was glaubst du welche Gruppe?

00:17:02: Hat weniger Schmerzmittel gebraucht war schneller gesund Und die Krankenschwester meinten dass sie viel erträglicher sind.

00:17:10: Also wenn das jetzt nicht der Baum ist, mache ich mir Sorgen.

00:17:15: Es ist der Baum!

00:17:17: Gott sei Dank!

00:17:17: Das

00:17:17: wir keine Sorgen machen, genau.

00:17:20: Ein etwas ganz banales wie ein Baum, dieser Bezug zur Natur und so helfen kann schneller gesund zu werden, ist sehr erstaunlich.

00:17:34: Und gerade in der Stadt muss man natürlich sagen, ist es schwer?

00:17:39: Bebauung, da müsste man jetzt wirklich anfangen andere Lösungen zu finden.

00:17:45: Vielleicht Fassadenbegrünung?

00:17:46: Ich weiß auch das ist nicht immer der heilige Gral, der kostet Energie.

00:17:53: Das funktioniert nicht immer so wie haben es auch hier in Wien.

00:17:56: manchmal schaut das einfach nur aus wie ja muss ich jetzt den Wort dazu finden.

00:18:04: aber Die Wissenschaft zeigt, und auch wenn wir ehrlich sind.

00:18:09: Wir selber wissen es auch, wenn wir auf uns hören.

00:18:13: Gibt es schon praktische Beispiele?

00:18:17: oder gibt es schon neuroarchitektonische Dinge die umgesetzt worden sind?

00:18:22: Die man sich auch schon anschauen kann?

00:18:24: oder wo ist auch schon erste Feldversuche mit Unternehmen und Mitarbeitenden?

00:18:30: Ist die Forschung schon soweit?

00:18:32: Leider nein!

00:18:34: Also es gibt, da muss ich zu den Architekten sagen die setzen schon sehr viel intuitiv richtig um.

00:18:40: Ohne dass sie sich jetzt auf Studien beziehen aber das es jetzt ein Gebäude gibt wo man sagen kann Das ist jetzt hundert Prozent Neuroarchitektur.

00:18:51: Das gibt's noch nicht!

00:18:53: Ist sowas erstrebenswert.

00:18:55: was denkst du Melanie?

00:18:57: Die jetzt tief in diesem Thema drin ist Wie wird sich das in Zukunft architektonisch auch für Organisation umsetzen lassen?

00:19:07: Also es wird sich früher oder später umsetzten lassen müssen, weil ich glaube dass die Arbeitswelt so wie wir sie haben eine Veränderung braucht.

00:19:21: Ich muss aber auch dazu sagen, dass auch ein gut gestalteter neuroarchitekthonischer Raum keine schlechte Kultur kompensieren kann.

00:19:32: Wenn ich ins Büro gehe jeden Tag mit Angst, dass sich dort gefeuert werde oder Mobbing oder was auch immer dann nutzt man auch der perfekte neu architektonische Raum nichts.

00:19:46: aber ein schlechter also ein schlechtem ungünstig gestalteter Raum sagen wir so verstärkt jede vorhandene Belastung und Das ist auch wichtig zu begreifen, dass diese Kultur, diese Unternehmenskultur in ganz engem Kontakt mit der Architektur stehen muss und die sich gegenseitig da jetzt so einen besseren Ergebnis zusammenfinden müssen.

00:20:19: Ohne das ein- und ohne das andere geht es nicht!

00:20:23: Ja, und das macht das glaube ich auch wirklich so komplex, ne?

00:20:26: Weil ich glaube, wenn wir tatsächlich jetzt auch schon über Studie nachweisen könnten.

00:20:30: Also wirklich evidenzbasiert sagen könnten Wenn du lieber Stefan das Büro jetzt so und so gestaltet ist dann können wir zehn Prozentpunkte mehr produktiv wie bei jedem einzelnen Mitarbeitenden rausziehen.

00:20:42: Dann würden alle sofort nur noch fragen was kostet das?

00:20:45: Und wann kann ich das bekommen?

00:20:47: Ganz genau!

00:20:48: Und ich glaube so einfach is die Welt am Ende des Tages.

00:20:51: also Die Arbeitswelt ist dann Gott sei Dank irgendwie auch doch nicht.

00:20:56: Ich glaube, dass es trotzdem wirklich gute Arbeitskonzepte schon gibt und das muss gar nicht immer New Work sein.

00:21:04: Ich hoffe, dass die Neuroarchitektur nicht irgendwann dazu verkommt wie beispielsweise New Work wo man hundert Menschen fragt und Hundert Menschen geben dir eine unterschiedliche individuelle Antwort Was New Work eigentlich am Ende des Tages ist und dann weiß man am Ende überhaupt gar nicht mehr, weswegen es diesen ganzen Spürges überhaupt gibt.

00:21:23: Und dann wird's halt leider sehr stark vereinfacht und verteufelt.

00:21:29: Das muss ich sagen ist natürlich auch eine Angst so wie bei jedem Wort... Weil jeder neuen Strategie, die daraus kommt, dass das dann mal komplett verwässert und entzerrt oder vereinfacht wird.

00:21:43: Auch da sieht man heute in Social Media sehr häufig eine dramatische Vereinfachung von Hochkomplexen-Dingungen – ob das jetzt die Geopolitik ist?

00:21:54: Das sind die Bösen!

00:21:56: Und wir sind die Guten!

00:21:58: Da ist leider auch die Architektur davor nicht ganz sicher.

00:22:02: Muss ich zugeben...

00:22:05: Ich drück die Daumen, dass das nicht... zu dem Verkommt.

00:22:10: Ich werde mein Übriges dazu tun, dass das genau so zu betrachten wie es ist.

00:22:15: deswegen auch Eingangs die Frage an dich hey was ist denn das überhaupt eigentlich?

00:22:18: weil ich glaube diese mühe machen sich die allerwenigsten dann einfach mal zu schauen naja es ist bei New Work das gleiche.

00:22:25: auch dazugibt es oder auch zum Home Office oder zu diesen ganzen Themen gibt's ja überall irgendwo mal eine Definition und es hat ja mal irgendwie gestartet und es gibt eigentlich zu jedem Thema auch eine wissenschaftliche Grundlage.

00:22:39: Leider ist es so...

00:22:42: Ist auch ein Klassiker?

00:22:44: Total!

00:22:46: Auch das ganze Thema Corporate Social Responsibility, in das das vielleicht auch so ein bisschen reinorientiert.

00:22:53: Da gibt's dann auch Schnittmengen und ich glaube da muss man wirklich fürchterlich aufpassen dass man die Begrifflichkeiten gut auseinanderhält und gut definiert ohne es zu übertreiben an der Stelle.

00:23:05: Ich sage jetzt nicht, dass jeder irgendwie darüber eine Bachelor- oder Masterarbeit oder ein Magister darüber schreiben muss um das zu verstehen.

00:23:11: aber ich glaube und das kam einmal in unserem Interview auch raus ich glaube diese Praxistauglichkeit dieser Überführbarkeit von Wissenschaft in wie setze sich das Ganze denn jetzt um?

00:23:23: Ich glaube das ist so ein konkretes Feld wo man sich wo ich mich drauf stürzen würde dann

00:23:30: ganz genau Und ich habe auch natürlich viele Gespräche mit Architekten geführt und was sich immer wieder rausgehört haben war, wir wollen das ja so machen.

00:23:41: Und dann kommt aber immer die Keule vom Bauherren... Nein!

00:23:45: Das kostet zu viel.

00:23:47: Und dass sich auch ein bisschen als meine Aufgabe da eine fundierte Akumentationsgrundlage zu bieten ohne das aber wieder zu übertreiben.

00:23:58: Ohne zu sagen okay wenn er jetzt fünf Pflanzen in den Raum stellt, dann steigt die Produktivität um sieben Komma fünf Prozent.

00:24:07: Also das ist natürlich immer schwierig.

00:24:09: aber es gibt auch Studien mit denen Architekten immer besser argumentieren können und sagen können Schauts das und dass bewirkt bei euren Mitarbeitern das.

00:24:25: Und ich glaube, das muss der Weg sein und deswegen bin ich froh, dass wir beide miteinander gesprochen haben.

00:24:29: Weil dann kann ich einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass das Thema Neuroarchitektur zumindest mal in seiner ersten Definition und in diesen zarten Pflänzchen, indem wir uns da bewegen, auch an die etwas breitere HR-Öffentlichkeit hier bei uns gelangen ist.

00:24:45: Vielen Dank für das Gespräch, Melanie!

00:24:46: Das war super spannend!

00:24:48: Ich sage auch Danke

00:24:50: auf bald!

00:24:50: Ciao ciao!

00:24:51: Tschüss.

00:24:53: Und hier noch der ja klar Umsetzungshack, der Woche.

00:24:57: Mach den fünf Minuten Raumcheck!

00:25:00: Setz dich diese Woche bewusst in deinen Arbeitsraum und beantworte dir diese fünf Fragen.

00:25:06: Gibt Tageslicht?

00:25:08: Gibt es etwas Natürliches an meinem Sichtfeld?

00:25:11: Wo kann ich mich konzentrieren?

00:25:14: Wo Kann Ich Mich Erholen?

00:25:15: was stresst mich gerade?

00:25:17: Licht Geräusche Unruhe oder Etwas anderes?

00:25:21: In Unternehmen diskutieren wir oft über Kultur, Führung und Zusammenarbeit.

00:25:25: Aber vielleicht beginnt Veränderung manchmal nicht mit einem Workshop sondern mit einem anderen Raum?

00:25:31: Das war eine weitere Episode im Ja-Klar-Podcast der Podcast für alle die Organisationen wirklich besser machen wollen Denn Wissen über gute Führungen klare Kommunikation und gesunde Zusammenarbeit gibt es genug.

00:25:45: Entscheidend ist was wir daraus machen.

00:25:47: Wenn dir die Folge gefallen hat, lass gerne eine Bewertung da.

00:25:50: Die Links dazu findest du in den Show Notes.

00:25:53: Wir hören uns nächsten Donnerstag wieder und jetzt viel Freude beim Umsetzen!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.